„Wie stelle ich die Kaffeemühle richtig ein damit der Espresso immer gut aus der Maschine kommt?“
Eine Frage die wir oft gestellt bekommen.
Kaffee ist sehr sensibel auf Luftfeuchtigkeit und daher überrascht es nicht dass auch der Mahlgrad an die Luftfeuchtigkeit angepasst werden sollte. Dafür gibt es aber keine fixe Formel, denn bei jeder Mühle und bei jedem Kaffee ist das natürlich etwas anders. Wir haben aber unseren Workflow mit dem wir den Mahlgrad bei uns einstellen für euch zusammengefasst.

Beim richtigen Mahlgrad bildet das feine Kaffeemehl kleine Klumpen wenn man es leicht schüttelt

Es ist wichtig bevor ihr den ersten Kaffee macht, eine doppelt Portion durch die Mühle zu mahlen und diese wegzugeben. Denn in der Mühle bleibt immer etwas gemahlener Kaffee zurück und dass kann beim Einstellen der Mühle das Ergebnis verfälschen.

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Bei der Mahlgradeinstellung ist die Stoppuhr bei uns immer dabei

Wir fangen nach der Entsorgung der ersten Doppelportion ganz gewohnt damit an einen Kaffee zu machen. Also Mahlen (14g für die Doppelportion), Tampern und in die Espressomaschine einspannen. Wenn wir dann den Bezug starten nehmen wir die Zeit (die Zeit läuft ab dem Moment in dem der Knopf/Hebel gedrückt wird). Ein Espresso (25ml) sollte 25 Sekunden brauchen und da Menge und Druck der Maschine konstant sein sollten ist die Einzige Variable die Zeit. Sollte der Espresso dementsprechend kürzer als 25s brauchen müssen wir den Mahlgrad feiner stellen. Sollte der Espresso länger als 25s brauchen müssen wir den Mahlgrad gröber stellen.

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Hier hat der Espresso 23,29s gebraucht als haben wir unsere Mühle um die Spur feiner gestellt.

Auch hier ist es wichtig nach dem Umstellen des Mahlgrades eine Doppelportion durchzumahlen und zu entsorgen um einen einheitlichen Mahlgrad im Sieb zu haben.

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kleine Veränderungen am Mahlgrad haben eine große Auswirkung auf den Kaffee

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Nicht zu schnell und nicht zu langsam sollte der Kaffee aus dem Siebträger fließen (also genau richtig)

Mit dem neu eingestellten Mahlgrad machen wir noch einen Espresso und stoppen wieder die Zeit. Diesmal liegen wir genau bei 25s daher gibt es nur noch den Geschmack zu überprüfen, denn die wichtigste Frage ist immer: „Schmeckt mir der Kaffee mit der Mahlgradeinstellung?“

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Das wichtigste ist aber dass der Kaffee schmeckt

Da sich die Luftfeuchtigkeit über den Tag verändert kann es nötig sein den Mahlgrad auch dementsprechend anzupassen. Jeder Wetterumschwung oder Luftfeuchtigkeitswechsel hat eine große Auswirkung auf das Kaffeeergebnis, daher ist es wichtig den Zusammenhang zu verstehen und dann die Mühle entsprechend nachzustellen.

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Eine schöne Crema alleine zeichnet einen guten Espresso nicht aus

Als Grundsätzliche Regel sagen wir gerne dass der Mahlgrad angepasst werden sollte wenn:

  • Ein neuer Kaffee in die Mühle gekommen ist (andere Sorte als vorher)
  • Meistens morgens (da sich die Luftfeuchtigkeit über Nacht verändert hat)
  • Es zu Regnen anfängt
  • Das Wetter umschlägt
  • Der Kaffee zu schnell aus der Espressomaschine kommt (<25s heißt feiner stellen)
  • Der Kaffee zu langsam aus der Espressomaschine kommt (>25s heißt gröber stellen)

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Meist brauchen wir drei Durchläufe um den Mahlgrad perfekt einzustellen

Folgende Maschinen/Kaffees wurden in diesem Blogartikel verwendet: